Flugreisen heute und damals

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Es ist zwar schon einige Wochen her, aber ich schreibe trotzdem mal ein paar Zeilen über meine Eindrücke des Fluges zu einer Dienstreise in die USA, nach San José. 

Nach dem ich nun mittlerweile seit ca. 1 1/2 Jahren nicht mehr als Teambetreuer durch’s Land reise, habe ich mich doch wieder auf eine etwas längere Reise und einen ca. 10 Stunden-Flug gefreut.

Von der Dauer her demnach vergleichbar mit den Langstreckenflügen in die Heimat nach Indonesien und die Stop-Over’s in Singapur.

Dass sich Flugzeuge und damit die Reisen selbst stetig weiter entwickeln liegt zwar auf der Hand, aber was heute über den Wolken schon möglich ist, finde ich doch ziemlich beeindruckend.

Aus der hintersten Ecke meines Gedächtnisses, ich kann mich an einen Flug in Richtung Medan, zu meinen Großeltern väterlicherseits erinnern als ich 8 Jahre alt war, sehe ich einen Flug mit „Garuda Indonesia“ vor mir, auf dem es in der hinteren Kabine noch erlaubt war zu rauchen und man drei Zwischenlandungen zum tanken machen musste. An den Flughäfen in Abu-Dhabi, Singapur und Jakarta gab es dann immer Transit-Karten und viel, viel Langeweile. Der Nintendo GameBoy wurde erst 1990 rausgebracht und so half ich mir mit einem Sprachcomputer, der zwar nur Wörter vom Deutschen ins Englische und umgekehrt übersetzte, der mir aber beim Snack’s besorgen schon sehr gute Dienste geleistet hat.

Dass man noch rauchen durfte war das Eine, was sich bis heute verändert hat, aber für mich schon immer viel entscheidender war das Entertainment-System an Board. Damals gab es eine „große“ Leinwand in der Mitte einer jeden Kabine und vielleicht sechs bis acht Röhrenfernseher über den Sitzreihen verteilt. Filme liefen zu festen Zeiten und das Musikprogramm umfasste sechs verschiedene Kanäle auf denen sich die Musik dann aber auch spätestens nach zwei Stunden wiederholte.

Das eingefügte Bild über diesem Text vom Flug nach San José suggeriert schon, dass sich die Zeiten, entsprechend der Reisenden, extrem verändert haben. War ich im Jahr 2006 noch mit Yvonne auf einem Singapore-Airlines Flug nach Indonesien mit jeweils einem eingebauten Monitor in jeder Kopfstütze und einer Fernbedienung, die gleichzeitig als Controller fungierte und man sich aus einer Unmenge an Filmen, Serien, Musikstücken und Spielen das für sich passende, zur selbstgewählten Zeit, aussuchen durfte, waren die Monitore noch so groß wie der Bildschirm des heutigen iPhone6/7 Plus… Aber es war schon ein ziemlicher Fortschritt und hat die Flüge doch sehr angenehm gestaltet; außerdem waren die Flüge nach Singapur nun auch Non-Stop-Flüge.

Und heute? Heute ist ein Langstreckenflug für mich kein Langstreckenflug mehr; es gibt so unfassbar viele Möglichkeiten sich zu beschäftigen. Mittlerweile gibt es Touchscreens in den Kopfstützen, die groß genug sind, um einen aktuellen Blockbuster zu schauen, genug Musik in der Bibliothek, in der sich für jeden genug Musik findet, Live-TV mit aktuellen Nachrichten und Sportereignissen, komplette Serien-Staffeln und natürlich den aktuellen Flugdaten. Die Videospiele sind zwar ganz nett, aber natürlich nicht auf dem Niveau einer Playstation 4 oder auch nur einer PS Vita. Selbst die Spiele, die man auf einem Tablett heutzutage immer dabei hat, sind doch schon etwas weiter.

Mein Highlight aber, und das war für mich ein Novum, war das überraschend gut funktionierende WLAN an Board. Da ich auf dem Hin- und Rückflug das Glück hatte eine Sitzreihe, mit zwei Sitzen, für mich allein zu haben, konnte ich mich auch etwas ausbreiten und mir ein kleines, mobiles Büro einrichten. Ich war wirklich begeistert davon über den Wolken Online zu sein, um unter anderem einen Vorbericht zu verfassen, diverse E-Mails zu beantworten und mit meiner Familie in Kontakt zu bleiben.

Nichtsdestotrotz wird es nun natürlich viele geben, die sagen, dass es genau eine Sache gibt, die sowohl damals, als auch heute für genug Unterhaltung sorgt, wenn man unterwegs ist; ein gutes Buch…